Programm 2010

Festivalprogramm 2011

 

 

 

 

Programmheft HD & FR

 


Giulias Verschwinden

Komödie von drei Generationen über das Älter werden

Giulias Verschwinden

Regie: Christoph Schaub, Schweiz, 2009, 87 Min.

Ausgerechnet an ihrem Fünfzigsten muss es Giulia am eigenen Leib erfahren: Alter macht unsichtbar. Aus Frust geht sie shoppen und trifft dabei einen Fremden, mit dem sie den Abend lieber verbringt als mit ihrer Geburtstagsgesellschaft. Diese wartet, frisch aufgebretzelt, wohlriechend und die Zeichen des Alterns weggeschminkt, im Restaurant auf Giulia und sinniert angeregt über zunehmende Jahrringe. Die Wahr- und Weisheiten ihrer engsten Freunde zum Thema Alter werden zusehends mit genügend Alkohol konserviert. Auch Jessica und Fatima, 14, shoppen - allerdings auf ihre Weise. Sie suchen ein Geburtstagsgeschenk und „finden“ goldene Turnschuhe für den 18-jährigen Schwarm ihrer Herzen. Doch dem Ladendetektiv entgehen sie nicht. Cornelia und Max, die geschiedenen Eltern von Jessica, stehen vor den Trümmern ihres aufgeschlossenen Sorgekonzeptes, als sie ihr Kind bei der Polizeidienststelle abholen müssen. Wer ist schuld, dass die Tochter offensichtlich zu einer verlorenen Jugend gehört? Über den Verlust der Jugend schmollt derweil Leonie, die sich an ihrem achtzigsten Geburtstag gegen ihre Tochter, die Altersresidenz, die Konventionen und gegen das Altsein auflehnt und ihre eigene Geburtstagsparty genussvoll sabotiert.

Nach einem Drehbuch des erfolgreichen Schweizer Autors Martin Suter („Small World“).

Frankfurt am Main: Mo, 03. Mai, 19.00 Uhr – in Anwesenheit des Regisseurs

Frankfurt am Main: Di, 04. Mai, 10.00 Uhr

Heidelberg: Di, 04. Mai, 14.00 Uhr, 18.30 Uhr – in Anwesenheit des Regisseurs
In Kooperation mit generation.hd, Moderation: Derek Cofie-Nunoo


Leergut

Es ist nie zu spät, von vorne anzufangen und sein Glück zu suchen

Leergut

Regie: Jan Sverák, Tschechien, 2007, 103 Min.

Josef hat die aufmüpfigen Kids von heute satt und macht Schluss mit dem Lehrerdasein. Aber immer nur daheim bei seiner besseren Hälfte Trübsal blasen - das geht nicht. Schließlich träumt der rüstige Graubart noch von jungen Frauen. Und einer Aufgabe. Also sucht er einen Job - und landet nach allerlei Pleiten an der Leergutannahme eines Supermarkts. Dort fängt der Schwerenöter an, sich sachte kuppelnd für das Glück seiner Mitmenschen zu interessieren: der Rentnerin von nebenan, schüchterner Kollegen, seiner sitzengelassenen Tochter und zuletzt sogar das seiner Frau, die sein Treiben mit dem gebotenen Argwohn verfolgt...

Eine Vater-Sohn-Produktion, bei der Vater Zdenek Sverák (geboren 1936) die Hauptrolle unter der Regie seines Sohnes Jan (geboren 1965) spielt – wie schon 1997 beim oscarprämierten Film „Kolja“.

Frankfurt am Main: Di, 04. Mai, 10.00 Uhr´
In Kooperation mit der Partnerstadt Prag

Heidelberg: Mi, 05. Mai, 17.00 Uhr
Moderation: Dr. Andreas Lauenroth, Netzwerk Alternsforschung


Mazel Tov

Dokumentarfilm über ältere jüdische Emigranten, die in Deutschland eine neue Identität suchen

Mazel TovRegie: Mischka Popp, Thomas Bergmann, Deutschland, 2009, 90 Min · tlw. mit deutschen Untertitel

Sie kommen aus Russland. Sie sind Juden. Sie kommen nach Deutschland, nach Frankfurt am Main. „Mazel Tov“ ist ein Dokumentarfilm über Menschen, die die Welten gewechselt haben. Und davon erzählen. Spannende, anrührende, lebendige Geschichten. Als sich die Grenzen öffneten vor 19 Jahren, machten sie sich auf den Weg. Junge und Alte, ganze Dörfer, halbe Städte. Hunderttausende wanderten aus. Nach Westen. Nach Israel. Nach Deutschland. Der 9. Mai ist ein besonderer Tag für sie. Der Tag der Befreiung. Der Tag des Sieges. Da legen die Alten die Orden an und erzählen vom Kampf gegen Nazi-Deutschland. Und die Jungen haben Tränen in den Augen. Und die Band spielt „Mazel Tov“: Glückwunsch, dass Ihr gekämpft habt. Dass Ihr hier seid. Die Geschichte der jüdischen Kämpfer in der Roten Armee ist eine unterdrückte Geschichte, unerhört und unglaublich zugleich. Die Alten im Film erzählen sie. Mit Würde. Ohne Hass. Mit Weisheit. Die Jungen sprechen von anderen Erfahrungen. Von Verlust und Neuanfang.

Von der Suche nach Heimat, Identität und Wurzeln. Vom dreigespaltenen Lebensgefühl: russisch – jüdisch – deutsch. Und von der Neuentdeckung jüdischer Religion, Tradition, Kultur. „Erst in Deutschland,“ sagt ein junger Einwanderer, „habe ich gelernt, was es heißt, Jude zu sein.“

Frankfurt am Main: Mi, 05. Mai, 10.00 Uhr – in Anwesenheit der Regisseure

Frankfurt am Main: Mi, 05. Mai, 19.00 Uhr – in Anwesenheit der Mitwirkenden Dalia Wissgott-Moneta
In Kooperation mit der jüdischen Gemeinde Frankfurt a.M. und der Partnerstadt Tel Aviv

Heidelberg: Di, 04. Mai, 11.00 Uhr – in Anwesenheit der Regisseure
In Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde, Hochschule für Jüdische Studien, Moderation Yana Lemberska, Anton Davydov

Heidelberg: Do, 06. Mai, 17.00 Uhr
In Kooperation mit dem Freundeskreis Rehovot e.V., Moderation Dietrich Dancker, Freundeskreis Rehovot e.V.


Das zweite Leben

Jede Krise birgt die Chance auf einen Neuanfang

Das zweite Leben

Regie: Florian Gärtner · Deutschland, 2007, 90 Min

Anne Kreutzer hat in ihrem Leben alles richtig gemacht. Seit 50 Jahren führt sie eine glückliche und vorbildliche Ehe mit ihrem Mann Alfred. Er ist ein angesehener Juraprofessor, der für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg tätig ist. Sie besitzen ein schönes Haus in Würzburg, einen Oldtimer in der Garage - und Gabi, ihre erfolgreiche Tochter mit eigenem Kopf. Doch nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes bricht für Anne Kreutzer die Welt zusammen: Alfred hinterlässt einen Berg unvorhergesehener Schulden, so dass sogar der Verlust des Hauses droht. Und dann entdeckt Anne, dass ihr Gatte in Straßburg ein zweites Leben führte. Im Kampf, die Scherben ihres Lebens zusammenzuhalten, sieht Anne nun auch die Beziehung zu ihrer Tochter Gabi auf eine harte Probe gestellt.

Der Film wurde zu Ehren des 80. Geburtstags von Rosemarie Fendel von der ARD in Auftrag gegeben. Es ist nach „Mensch Mutter“ die zweite gemeinsame Arbeit mit der Tochter Susanne von Borsody und dem Regisseur Florian Gärtner.

Frankfurt am Main: Di, 04. Mai, 15.00 Uhr – in Anwesenheit des Regisseurs Florian Gärtner

Frankfurt am Main: Di, 04. Mai, 19.00 Uhr – in Anwesenheit des Regisseurs und der Hauptdarstellerin Rosemarie Fendel

Heidelberg: Mi, 05. Mai, 11.00 Uhr – in Anwesenheit des Regisseurs
Moderation: Marion Bär, Netzwerk Alternsforschung

Sondervorführung:
Heidelberg: Mi, 05. Mai, 16.00 Uhr – in Anwesenheit des Regisseurs
In Kooperation mit dem Wohnstift Augustinum und dem Kulturkreis Emmertsgrund-Boxberg e.V., Moderation: Marion Bär, Netzwerk Alternsforschung
Wohnstift Augustinum, Emmertsgrund, Jaspersstr. 2, Heidelberg
Eintritt frei!


Elsa & Fred

Liebe kennt kein Alter

 Elsa und  Fred

Regie: Marcos Carnevale, Spanien / Argentinien, 2005, 105 Min

Die freche, temperamentvolle und sehr jung gebliebene Elsa erfährt, dass sie einen neuen Nachbarn bekommen soll: Fred. Er ist noch nicht mal in die Nachbarswohnung eingezogen, da rammt Elsa schon das Auto seiner Tochter Cuca. Um der Zahlung der Reparaturkosten zu entkommen – denn Elsa ist „leider“ mit den Versicherungsbeiträgen etwas im Rückstand –, lügt sie Fred an und überredet ihn, die entstandenen Reparaturkosten für Sie zu übernehmen. Elsa findet mehr und mehr Gefallen an ihrem neuen Nachbarn. Immer weiter schwindelt Sie ihm etwas vor – so zum Beispiel über ihr Alter: Sie sei 77 und damit jünger als Fred. In Wahrheit ist sie jedoch bereits 82. Darüber hinaus verschweigt sie ihm, dass sie schwer krank ist und wohl nicht mehr allzu lange zu leben hat. Gleichwohl hat sie noch einen großen Wunsch: einmal wie Anita Ekberg in Fellinis Film „La dolce vita“ im römischen Trevi-Brunnen stehen und den Geliebten im Arm halten. Nachdem die beiden wie zwei Teenager halb Madrid unsicher gemacht haben – beispielsweise prellen sie in einem schicken Restaurant die Zeche –, entschließt sich Fred, der nicht immer mit Elsas Wagemut Schritt halten kann, auch einmal die Initiative zu ergreifen: Spontan kauft er zwei Tickets für einen Urlaub in Rom und erfüllt Elsa damit ihren großen Wunsch.

Frankfurt am Main: Di, 04. Mai, 15.00 Uhr und Mi, 05. Mai, 10.00 Uhr
In Kooperation mit dem Bürgerinstitut Frankfurt am Main

Heidelberg: Do, 06. Mai, 9.00 Uhr
Moderation: Dr. Elke Ahlsdorf, Netzwerk Alternsforschung


Wolke 9

Wenn Leidenschaft Leiden schafft – eine Liebestragödie im Alter

 Wolke Neun

Regie: Andreas Dresen, Deutschland, 2008, 95 Min, ab 12 Jahren

Inge geht auf die 70 zu, aber fühlt sich wie 17. Sie hat sich verliebt. In Karl, der wird bald 80. Es ist Begierde und sexuelle Leidenschaft. Dass ihr das noch einmal passiert, hätte sie nicht gedacht. Eigentlich ist Inge mit Werner verheiratet. Seit 30 Jahren. Sie liebt ihren Mann. Und Werner liebt sie auch. Diese neue Situation verwirrt sie, doch kann und will sie ihren Gefühlen zu Karl nicht nachgeben. Eine Zerreisprobe für alle drei Beteiligten, wie auch für Familienangehörige.

Ein Film, der offen und mutig über ein Thema handelt, dass in der Öffentlichkeit noch weithin ausgeklammert wird: Sexualität im Alter. Der Film gewann 2009 den Deutschen Filmpreis für Bester Spielfilm, Beste Regie und Beste Schauspielerin.

Frankfurt am Main: Di, 04. Mai, 17.00 Uhr – in Anwesenheit der Hauptdarsteller Ursula Werner und Horst Westphal
In Kooperation mit pro familia Frankfurt am Main

Heidelberg: Mi, 05. Mai, 14.00 Uhr – in Anwesenheit der Hauptdarsteller Ursula Werner und Horst Westphal
Moderation: Dr. Heidrun Mollenkopf, Kulturkreis Emmertsgrund-Boxberg e.V.

Heidelberg: Mi, 05. Mai, 19.00 Uhr – Begrüßung durch die Schirmherrin Frau Prof. Dr. Ursula Lehr (BAGSO) und in Anwesenheit der Hauptdarsteller Ursula Werner und Horst Westphal


Wir werden uns wiedersehen

Skurrile Tragikomödie über Sehnsucht und Liebe in einem Mannheimer Altenheim

Wir werden uns wiedersehen

Regie: Stefan Hillebrand & Oliver Paulus, Deutschland, 2006, 90 Min

„Schön, das wir jetzt auch einen Mann auf Station haben, ... also ich sag‘ immer, in der Mitarbeiterschaft, so ein Mann dabei, das tut Wunder!“ meint Pflegedienstleiterin Petra Opels beim Begrüßungsgespräch mit ihrem neuen Mitarbeiter Holger. Der charmante Bindungspaniker ist eigentlich aus Berlin in den Süden Deutschlands gekommen, um seinen ungeklärten Beziehungswirren zu entfliehen. Stattdessen bringt er aber erneut eine Menge Unordnung in den labilen Seelenhaushalt zweier Frauen: Barbara, die als Küchenhilfe im selben Pflegeheim beschäftigt ist, hat sich Holger als Heilmittel gegen ihre Einsamkeit auserkoren. Die zarte Liebesgeschichte gerät jedoch sogleich wieder ins Wanken, als Holger sich alsbald auch zu seiner Chefin Petra Opels hingezogen fühlt. Schwung in die Geschichte bringt die etwas verrückte Frau Kramer, die behauptet, im Haus „Schlager singende Geister“ zu sehen - bittersüß die nostalgische Filmmusik von Mardi Gras.bb. Die ältere Dame mit ihrer Gehhilfe wird zur Metapher für Aufbruch und Leben.

Gedreht im Richard-Böttger-Pflegeheim in Mannheim unter aktiver Mitwirkung von Heimbewohnern wie der über 80-jährigen Lieselotte Langer.

Frankfurt am Main: Mi, 05. Mai, 15.00 Uhr
In Kooperation mit dem Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V

Heidelberg: Do, 06. Mai, 11.15 Uhr und 14.00 Uhr - in Anwesenheit des Regisseurs und Heimbewohnerin Lieselotte Langer
Moderation: Gabriele Ensink, Institut für Gerontologie


Die Herbstzeitlosen

Schweizer Komödie über innovative Ältere und „veraltete“ Altersbilder

Die Herbstzeitlosen

Regie: Bettina Oberli, Schweiz, 2007, 90 Min

Nach dem Tod ihres Mannes hat Martha nur noch wenig Freude am Leben und schlägt die Zeit in ihrem Tante-Emma-Laden im idyllischen Schweizer Dorf Trub tot. Ihre Freundinnen ermuntern sie jedoch, sich endlich ihren lang gehegten Traum - eine eigene Dessous- Boutique - zu erfüllen. Mit der Ladeneröffnung sorgt Martha für das Dorfgespräch Zündstoff, zumal ihr Sohn Walter, der Dorfpfarrer, so gar nicht vom Reizwäschetempel seiner Mutter begeistert ist. Die liebenswerte Komödie über vier innovationsfreudige Renterinnen war in der Schweiz ein großer Publikumshit. Martha mag nicht mehr dem traditionellen Korsett von Vorstellungen und Normen ihres Sohnes entsprechen, stattdessen beginnt sie couragiert und mit viel Elan ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche vom Alter in die Tat umzusetzen.

Dieser Film ist sozusagen die amüsante Variante zu Bertolt Brechts „Die unwürdige Greisin“ von 1939.

Frankfurt am Main: Mi, 05. Mai, 17.00 Uhr
Moderation Matthias Roos, Amt für Gesundheit der Stadt Frankfurt am Main

Heidelberg: Mi, 05. Mai, 9.00 Uhr und 19.00 Uhr
Moderation: Astrid Söthe-Röck, Netzwerk Alternsforschung


Festmahl im August

Charmante Liebeserklärung an das Alter, das Leben und die italienische Küche

Festmahl im August

Regie: Gianni Di Gregorio Italien, 2009, 75 Min.
Darsteller: Gianni Di Gregorio, Valeria De Franciscis, Marina Cacciotti, Maria Cali, Grazia Cesarini Sforza

Mitte August in der römischen Sommerhitze, kurz vor einem der wichtigsten Feiertage des Landes. Wer kann, nimmt sich frei und fährt aufs Land oder ans Meer. Nur der weißweindurstige Gianni nicht, der mit seiner dominanten alten Mutter unter einem Dach lebt und sich aufopferungsvoll um sie kümmert. Weil der in die Jahre gekommene Junggeselle einfach nicht nein sagen kann, hat er es aber nicht nur mit einer, sondern plötzlich gleich mit vier alten Damen zu tun. Und alle vier sind äußerst eigensinnig und alles andere als pflegeleicht...

Regisseur und Hauptdarsteller Gianni Di Gregorio (geboren 1949) macht in seinem Debütfilm eine Liebeserklärung an das Alter, das Leben und die italienische Küche. Seine vier würdevollen Protagonistinnen, allesamt Laiendarstellerinnen, sprühen geradezu vor unwiderstehlicher Lebensfreude. Ein charmanter Sommerfilm, gewürzt mit leiser Melancholie und hintergründigem Humor. Ausgezeichnet mit dem Preis für den besten Debütfilm in Venedig 2008 und ein Publikumsliebling nicht nur in Italien.

Frankfurt am Main: Mi, 05. Mai, 15.00 Uhr
In Kooperation mit der Partnerstadt Mailand


Impressionen aus Heidelberg 2010